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  • Eva-Maria Mehler

Leben in der Ausgangssperre (in Bayern)

Updated: Mar 25

Liebe alle, heute ist der 1. Tag der bayerischen Ausgangssperre - man darf nur noch aus triftigen Gründen raus.


4. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist nur bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. (Allgemeinverfügung vom Bayerischen Staatsministerium)

Doch zuvor noch etwas Positiveres. Donnerstag und Freitag hatte ich Urlaub und mein Mann und ich wollten der Natur nahe sein, da wir tatsächlich befürchtet hatten, dass eine Ausgangssperre kommen würde. Wir vermieden natürlich Menschen und wanderten den Jochberg hinauf und genossen einen traumhaften Ausblick auf den Walchensee und die frühlingshafte Sonne schien auf uns hinab. Am Freitag - Frühlingsanfang - begaben wir uns auf den Tegernseer Höhenweg und genossen das Vogelgezwitscher und bestaunten die ersten Schmetterlinge. Die zwei Tage taten richtig gut - mal fernab der ständigen Informationskette, was nun doch noch Schrecklicheres passieren würde. Auf der Rückreise vom Tegernsee erblickte ich dann in einem Chat bei Whatsapp, dass angeblich ab 24 Uhr Ausgangssperre sei - Söder hatte es bereits angedroht, nur dachte ich nicht, dass es dann doch auch so schnell umgesetzt werden würde. Mit schwerem Herzen verfolgte ich dann noch die Nachrichten und fand den Text der Verfügung und dieser war ziemlich eindeutig - raus darf man nur noch zum Arbeiten, Einkaufen oder um Sport zu treiben - natürlich allein (bzw. mit Personen aus dem eigenen Haushalt).



Freitag Nachmittag verbrachten wir dann noch auf unserem schönen Balkon in der Sonne und am Abend rief meine Oma an und ich fragte, wie es eigentlich damals im 2. Weltkrieg gewesen sein. So viele Vergleiche werden derzeit angestellt, da wollte ich es von einer Zeitzeugin wissen. Doch kann man so etwas überhaupt vergleichen? Als meine Omi mir dann berichtete, dass sie damals im Krieg einfach nichts zum anziehen hatte und ihre Mutter ihr ein Betttuch gab, damit sie sich davon eine Jacke nähen lassen konnte, wurde mir mal wieder bewusst, in was für einem Luxus wir heutzutage leben. Für mich ist der Vergleich mit dem 2. Weltkrieg von daher überhaupt nicht möglich. Damals konnte man den Menschen im Grunde nicht viel nehmen, da sie fast nichts besaßen - Reisen in ferne Länder konnten sich wenn überhaupt sowieso nur die Reichen leisten.


In einer Zeit, in der man zu Hause bleiben soll, muss man sich immer wieder motivieren, nicht nur die schlimmen Dinge, die geschehen, als Wahrheiten zu erachten, sondern auch neue Chancen erkennen. Die Natur kann derzeit aufatmen, und wir erfinden neue Arten vom menschlichen Miteinander (z. B. Tanztraining per Skype :) ) - an jeder neuen Herausforderung kann man auch wachsen. Mir fällt es zwar enorm schwer, dass derzeit von den Dingen, die ich am liebsten mache, scheinbar nichts mehr erlaubt ist, allerdings besinnt man sich dann auch auf die Dinge, die einem Spaß machen und die zu Hause auch wunderbar funktionieren.


Ich hoffe, ihr macht euch auch immer wieder positive Gedanken, denn Körper, Geist und Seele sind eine Einheit. Für alle, die gerne Yoga machen - jetzt ist eine tolle Zeit dafür! Yoga kann man auch mit wenig Platz praktizieren und man kann sich auf das Wichtigste überhaupt im Leben konzentrieren - den Atem. Vielleicht kommt uns Corona auch deshalb so gefährlich vor, da es uns buchstäblich den Atem raubt...


Namasté!

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